Fotografie Bernd Geller

Ein Fotograf muss ein Auge für die Komposition entwickeln, seine Kamera beherrschen, künstlerisch motiviert sein, ethisch denken und nach kreativen Lösungen suchen – und dabei immer leidenschaftlich nach visueller Perfektion streben.

Tom Ang

 

Imagekampagne der Stadt Eisenhüttenstadt

Im Juni 2021 startete die Kampagne des Stadt zur Gewinnung neuer Einwohner. Die Vorzüge unserer Region sollen dabei zur Geltung kommen. Die Fotoarbeiten zur Plakataktion konnte ich fotografisch begleiten.

 

Willkommen in Eisenhüttenstadt - familienfreundliche Stadt im Osten Deutschlands
Willkommen in Eisenhüttenstadt – eine familienfreundliche Stadt im Osten Deutschlands und im Zentrum Europas

 

Willkommen in Eisenhüttenstadt mit viel grün
Willkommen in Eisenhüttenstadt – eine Stadt im Grünen

 

Willkommen in Eisenhüttenstadt - der weltgrößte Stahlproduzent ArcelorMittal hat hier einen stadtort mit vollem metallurgischen Zyklus
Willkommen in Eisenhüttenstadt – der weltgrößte Stahlproduzent ArcelorMittal hat hier einen Standort mit vollem metallurgischen Zyklus

 

Willkommen in Eisenhüttenstadt mit einer breiten Sportpallette und kreativen Kulturszene
Willkommen in Eisenhüttenstadt mit einer breiten Sportpallette und kreativen Kulturszene

 

Pressemitteilung 110/2021  der Stadt Eisenhüttenstadt vom 29.06.2021

Bürgermeister dankt „Models“ der Plakatkampagne

Sie sind die Gesichter der neuen Imagekampagne Eisenhüttenstadts. „Hütte hat was!“ – dafür werben sie: Isabell Franke und Mirko Pommerening mit Tochter Luisa, Bernd Hildebrandt und Enkelin Paula Hildebrandt, Anne Müller und Julius Mehlhose sowie Tänzerin Nadine Buhlau. Bürgermeister Frank Balzer hat ihnen persönlich „Danke!“ gesagt. „Sie sind nun Botschafter unserer Stadt nach draußen. Danke, dass Sie sich mit Ihrem Engagement für Eisenhüttenstadt einsetzen und für die Vorzüge, die wir zu bieten haben, werben.“
In einer kleinen Stunde in der „Kleinen Bühne“ kamen die jungen wie auch älteren Eisenhüttenstadt-„Models“ ins Gespräch. Entweder mit dem Stadtoberhaupt oder untereinander. Sie waren sich einig: „Hütte hat was“, und das wollten wir auch zeigen. Ob der Opa mit der Enkelin als Motivpartner für die Kleingärten und altersgerechtes Leben oder die junge Familie fürs Wohnen mitten in der sanierten Planstadt, das jugendliche Paar als zukunftsorientierte Jugend in einer Industriestadt genauso wie die junge Tänzerin, die in einem der zahlreichen Vereine ihrer Leidenschaft nachgehen kann.
Fotograf Bernd Geller und Druckstudio-Inhaberin und Designerin Ellen Costrau gehörten zu denen, die den Dank durch Bürgermeister Frank Balzer entgegennahmen. Sie entwickelten für ihre Stadt die Motive und die Designs sowie Slogans der Kampagne. Somit trägt die Eisenhüttenstadt-Kampagne „Hütte hat was!“ auch ihre Handschriften, Handschriften von Eisenhüttenstädtern.

 

 

In diesem Jahr begeht die Stadt Eisenhüttenstadt und die ArcelorMittal Eisenhüttenstadt GmbH (früher: Eisenhüttenkombinat Ost – EKO) ihren 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass entstand diese Fotoausstellung aus sieben Jahrzehnten mit historischen Bildern. Die Exposition besteht aus fünfzig Bildern und stellt die Entwicklung der Stadt und des ehemaligen EKO in diesem Zeitraum dar.
Sieben Jahrzehnte sind im Leben eines Menschen eine sehr lange Zeit. Auch für die Entwicklung eines Unternehmens ist diese Zeitspanne ebenso bedeutend. Für die Entwicklung einer Stadt sind 70 Jahre aber keine gewaltige Dimension. Der Ortsteil Fürstenberg (Oder) besteht in diesem Jahr schon 765 Jahre. Eisenhüttenstadt hat eine besondere Bedeutung. Mit dem Aufbau des EKO 1950 entstand auch die sozialistische Planstadt, Stalinstadt und im Jahr 1961 die Stadt Eisenhüttenstadt mit den eingemeindeten Ortsteilen Fürstenberg, Schönfließ und Diehlo.

Das für diese Ausstellung verwendete Bildmaterial stammt vorwiegend aus dem Archivmaterial der Firma Bernd Geller – Fotodesign und Bildarchiv, aus den Beständen der Mitglieder des Fotozirkel EKO e.V., dem Stadtarchiv Eisenhüttenstadt, dem Archiv der ArcelorMittal Eisenhüttenstadt GmbH und der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg.

Herzlichen Dank dafür!

Die Ausstellung war vom 28. September bis zum 31. Oktober 2020 im City Center zu sehen.
City Center                                     Bernd Geller Eisenhüttenstadt Fotodesign und Bildarchiv

 

 

Lokbild in der Trainingshalle von ArcelorMittal in EisenhüttenstadtArcelorMittalPlakatdruck in Echtgröße 4 x 6 m als simulierte Lokeinfahrt in die Trainingshalle zur Arbeitssicherheit von ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt

 

Buswerbung zur Ausbildung bei ArcelorMittel Eisenhüttenstadt
Buswerbung zur Ausbildung bei ArcelorMittel Eisenhüttenstadt

 

Stadtfest 2019 in Eisenhuettenstadt Werbeplakat
Werbeplakat zum Stadtfest 2019 in Eisenhuettenstadt – Fotografie Bernd Geller – Fotodesign und Bildarchiv –

 

Städtisches Museum Eisenhüttenstadt – Eröffnung der Ausstellung von Volker Döhne (links) am 15.06.2019. Der Fotograf im Gespräch mit Frau Maria Wundersee (Leiterin des Städtischen Museums in Eisenhüttenstadt), dem Landrat des Landkreises Oder-Spree Herrn Rolf Lindemann und dem Leiter des Kultur- und Sportamtes, Herrn Arnold Bischinger (vlnr).

 

Laudatio Volker Döhne- Fotografie – unter dem Titel

„Gesellschaft und Wandel“ – Fotografie Anordnungen in Zeit & Raum

Städtisches Museum Eisenhüttenstadt am 15.06.2019 von Bernd Geller

 

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Fotofreunde,

als ich im Vorfeld der Ausstellung die ersten Bilder per Mail sah, merkte ich,

dass ist etwas anderes,

ein anderer Stil,

eine andere Art,

der mich an bestimmte Fotografien erinnerte.

 

Als ich dann die Vita von Volker Döhne las, war mir klar, an welchen Stil die Bilder mich erinnerten.

Bernd und Hilla Becher, ein Fotografenehepaar aus Nordrheinwestphalen und Begründer der Düsseldorfer Fotoschule.

2004 haben beide Becher in der ArcelorMittal Eisenhüttenstadt GmbH technische Anlagen im Roheisenwerk fotografiert. Diese Bilder hängen heute noch im Flur des Verwaltungsgebäudes.

Die Fotos haben eine sachliche und klare Bildsprache und sind in Schwarz-Weiss. Nüchtern und natürlich. Die Strukturen der Industrieanlagen und Bauten kommen plastisch hervor.

Volker Döhne studierte an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf unter der Professur von Bernd Becher.

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass er diesen Stil weiter prägt.

Seine Exposition in Eisenhüttenstadt besteht aus fünf Teilausstellungen.

  • Rückzug, 2013
  • Pfade, 2016
  • Umbau, 2014
  • Wiederaufbau, Coventry, 1993
  • und Wiederaufbau, Krefeld, 1990/1991

Als ich,

ein Kind unserer Planstadt Eisenhüttenstadt,

vor vielen Jahren eine geführte Stadtrundrundfahrt durch Krefeld unternahm, stellte ich damals erschreckend fest, das zwischen Krefeld und Eisenhüttenstadt in der Architektur des Stadtbildes Welten liegen.

Hier in Eisenhüttenstadt eine sorgfältig am Reißbrett geplante Stadt und dort in Krefeld eine Stadt mit recht eigenartiger Lückenbebauung.

Die Bildserie „Wiederaufbau Krefeld“ zeigt dies unmissverständlich und Volker Döhne hat sie auch konzequent in dieser Art durchfotografiert.

Zentrale Perspektiven, verzerrungsfrei und menschenleer.

Paralell zur Straßenfront.

Bild für Bild. Der Besucher der Ausstellung kann diese Straße Schritt für Schritt im Sinne des Fotografen mit abschreiten.

Natürlich sollte man als Besucher auch die Geschichte der Stadt Krefeld berücksichtigen. Krefeld wurde am 21. Juni 1943 durch britische Bomber zerstört.

Eisenhüttenstadt ist erst nach dem zweiten Weltkrieg als Musterstadt für eine neuen Gesellschafttheorie entstanden.

 

Mit dem Wissen der Zerstörung Krefelds im Krieg und dem folgenden Wiederaufbau der Stadt ist es eigentlich für Volker Döhne folgerichtig, zu Vergleichen, wie der Aufbau anderer Städte sich vollzog.

Und hier ist es wieder der Fotograf, welcher den umkehkehrten Fall der Zerstörung im Krieg betrachten möchte.

Deutsche Flieger bombandierten, drei Jahre zuvor, am 14. November 1940, die englische Stadt Coventry.

Wie hat diese Stadt in Großbritannien den Wiederaufbau vollzogen?

Die Bildserie gibt dazu Antworten.

Seine Bilder zeigen unterschiedliche architektonische Epochen, welche hier aufeinanderstoßen.

Zentral steht das Wahrzeichen St. Michaels Cathedral. Als Mahung steht nur noch der große Turm und einige Außenmauern.

Die neue Kathedrale wurde direkt neben den Ruinen erbaut.

 

Prägnant für die Stadtansichten sind auch die Hochhäuser aus den 70iger und 80iger Jahren. Ähnlichkeiten mit dem Oderturm in Frankfurt an der Oder sind unverkennlich.

Die Bilder zeigen aber auch planvoll angelegte Komplexe, aber auch Provisorien und auch Fachwerkhäuser.

 

Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist mathematisch gesehen die Gerade.

Menschen streben danach, die kürzeste Verbindung zu suchen und sich nach Ihnen zu richten.

Schauen sie sich die Bilder der Serie „Pfade“ an, so werden sie feststellen, dass der Mensch doch nicht so rational handelt.

Es sind nicht immer Geraden. Sie haben Bögen und Winkel.

Es ist wie das Leben.

Zielgerichtet, geradlinig, aber doch nicht immer eine Gerade, sondern auch mit Abweichungen verbunden.

Die Bilder erscheinen einfach und unspektakulär. Sie erschließen sich aber erst auf den zweiten Blick.

Der Veruracher, der Mensch, erscheint nicht auf diesen Fotos.

Mit Fotografien hält der Fotograf die Geschichte fest, aber die Bilder erzählen auch Geschichten.

Die Serie „Umbau“ verleitet gerade dazu, zu verweilen.

Bleiben Sie einfach stehen vor den Strukturen der Mauern, Wände und Fenster. Lassen Sie sich ein und Sie werden merken, wie diese Anordnungen Geschichten erzählen.

Ein zugemauertes Tor, der Zugang wurde weiterhin durch eine Tür ermöglicht. Aber später wurde auch diese Tür zugemauert.

So zeigen diese unterschiedlich verarbeiteten Materialien abwechselnde Nutzungsarten zu verschiedenen Zeiten. Dieser Ausschnitt der Mauer erzählt seine Geschichte.

Und so können Sie jedes Bild dieser Serie seine Zeitreise erzählen lassen.

 

Ein sehr aktuelles Thema greift Volker Döhne mit der Bildreihe „Rückzug“ auf.

Stillgelegte Eisenbahnstrecken, die von Straßen und Wegen durchgetrennt sind.

Sie geraten aus dem Blickfeld, weil sie langsam und stetig durch die Natur und durch menschliche Absperrungen optisch verschwinden.

Manchmal wirken sie grotest. Enden im „Nichts“.

Oder sind das Fundament für ein Werbeschild mit der Aufschrift „Einfahrt“ (bezieht sich dann aber nicht auf den Zug, sondern auf das Auto zur Fahrt auf den Parkplatz des Einkaufscenters).

Vielfach erhalten die stillgelegten Eisenbahnstrecken auch eine neue Nutzung.

Radwege und Wanderwege entstehen auf diesen alten Bahndämmen. Bahnhofsgebäude werden einer neuen Nutzung zugeordnet.

Also wird aus dem Rückzug auch wieder ein Fortschritt.

Eine andere Bestimmung eben.

Volker Döhnes Bilder zeigen in der Gegenwart, Vergangenes.

Sich Veränderndes.

Es zeigt die wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderung in unserer Zeit.

„Gesellschaft und Wandel“ – Fotografie Anordnungen in Zeit & Raum – ist der Titel der Ausstellung.

Der Fotograf hat dies mit seinen Bildern festgehalten. Durch seinen fotografischen Stil führt er den Betrachter dorthin, regt ihn zum Beobachten und zum Schlußfolgern an.

Folgen sie seinen Bildern, mache sie sich die Mühe zum Hinterfragen und sie werden sehen, sie bekommen einen eigenen Zugang zu den Fotos,

ganz im Sinne des Fotografen,

Volker Döhne.

 

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.